NEBENFACH #STUDIUM #JAPANOLOGIE #PHILOSOPHIE

Über das Thema Nebenfach zu schreiben ist, in vielerlei Hinsicht, nicht so ganz einfach, egal ob persönlich oder allgemein. Ich versuche es dennoch und hoffe, dass ich einen guten Mittelweg finde.

Erstmal müssen wir unterscheiden, wann man sich für ein Nebenfach entscheiden muss und wann nicht. Hier geht es darum an welcher Uni man sich für welches Hauptfach entscheidet. An welcher Uni deshalb, da an einigen Unis ein Hauptfach alleine, ohne Nebenfach steht, und an anderen Unis nicht. Ausnahme ist hier das Studium der Medizin, denn dies wird immer ohne Nebenfach studiert. Es gibt, wenn ich mich recht entsinne, noch weitere Ausnahmen aber Medizin dürfte die prägnanteste sein.

Noch ein kleiner Einwurf: Einige Hauptfächer gibt es auch als Nebenfach. Nehmen wir Japanologie als Beispiel. Ich kann, und habe ja auch, Japanologie als mein Hauptfach gewählt und Philosophie als mein Nebenfach. Allerdings könnte ich beides auch tauschen und Philosophie als mein Hauptfach und Japanologie als Nebenfach wählen.

Nun hat man sich für sein Hauptfach entschieden und die Studienordnung des selbigen schreibt vor, dass die Wahl eines Nebenfaches nötig ist. Hier gibt es nun mehrere Faktoren, nach denen das Nebenfach gewählt werden kann.

Version I

Eigentlich ist es Dir egal was dein Nebenfach ist. Du hast kein Problem damit in Vorlesungen zu sitzen die dich in Wirklichkeit gar nicht interessieren, wenn du überhaupt zu den Vorlesungen gehst. Am Ende geht es Dir nur um CP (Credit Points) und diese, mit möglichst geringem Aufwand, zu erhalten.

Man kann das durchaus so machen aber ich wäre äußerst schnell frustriert. Denn irgendwann würde ich in der Vorlesung sitzen und mich fragen, wieso ich das denn alles mir antue? Klar, ich bekomme die CP dafür aber dann hätte ich am Ende dennoch nicht wirklich was in der Hand. Außerdem müsste ich Stoff lernen den ich überhaupt nicht brauche bzw. mit dem ich später nichts anfangen kann.
Zur Zeit geht es mir mit meinem gewählten Nebenfach ähnlich aber dazu werde ich später etwas mehr schreiben.

Version II

Ihr wählt ein Nebenfach welches zu eurem Hauptfach passt UND was euch später auch weiter bringt. Vielleicht dann später sogar dieses kleine Sternchen im Lebenslauf ist welches dafür sorgt, dass ihr euren Traumjob bekommt.

In den Vorlesungen werdet ihr hier wesentlich glücklicher sein, denn das was ihr dort lernt macht euch Spaß und erfüllt auch einen Zweck, der über das Sammeln von CP hinaus geht. Auch für die Prüfungsvorbereitung werdet ihr wesentlich weniger Probleme haben. Ihr habt mehr Motivation zu lernen, denn ihr seht mehr Sinn dahinter und auch das Ziel.

Was gibt es noch?

Das sind die zwei Varianten die ich bisher am häufigsten angetroffen habe und die ich auch aus eigener Erfahrung mitgemacht habe. Aber ich möchte hier klarstellen, dass es gewiss auch noch anderen Varianten / Konstellationen gibt. Es gibt soviel unterschiedliche Menschen die genauso unterschiedlich denken. Gewiss gibt es da noch andere Gründe, die die Wahl eines entsprechenden Nebenfachs beeinflussen.

Wie schaut es bei mir aus?

Bei mir ist es eine Mischung aus Variante I und II. Gewählt habe ich Philosophie, da ich Interesse an der Thematik hatte und der Meinung war, dass mir dies auch im späteren Berufsleben einen Vorteil bringt. Nun hat sich im ersten Semester herausgestellt, dass die Thematik immer noch interessant ist. Aber das Resultat bzw. die Art und Weise wie dieses Thema angewandt wird überhaupt nichts für mich ist. Dazu kommt, dass ich in der Lernphase für die Prüfung am Stoff verzweifelt bin, denn ich habe keinen Sinn mehr darin gesehen. Ich soll etwas lernen, was mich später nicht weiterbringt und auch nicht wirklich Spaß macht?
Im Gespräch mit einigen Kommilitonen und Dozenten hat sich dann auch noch heraus kristallisiert, dass ich im späteren Berufsleben mit Philosophie vielleicht nicht ganz so viel anfangen kann. All diese Faktoren, und noch einige weitere, haben mich dann dazu bewegt, mich von meinem Nebenfach abzuwenden und etwas neues zu suchen.

Diese Suche wird jetzt mein 2. Semester in Anspruch nehmen und mir auch genug Zeit geben eventuelle Tests zu machen, um in ein entsprechendes Nebenfach hinein zu kommen. Welches Fach dies dann sein wird möchte ich hier noch nicht sagen, denn mir fehlen einfach noch zu viele Informationen. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass ich auch einiges Abwegen muss, damit ich dann später nicht im selben Beruf fest hänge von dem ich mich 2012 los gerissen habe.
Man kann also durchaus sagen, dass es weiterhin spannend bleibt und dies mein erster aber gewiss nicht mein letzter Artikel über das Nebenfach sein wird.

Zusammengefasst

Hier nochmal zum mitschreiben!

  • Macht euch früh genug Gedanken darüber, was für ein Nebenfach ihr belegen möchtet.
  • Warum wollt ihr genau dieses Nebenfach, welches ihr in die engere Auswahl genommen habt, belegen?
  • Informiert euch rechtzeitig über eventuelle Zugangsbeschränkungen wie einen Eignungstest oder auch Zeugnisse.
  • Holt euch Informationen darüber ein, was ihr später mit diesem Hauptfach anstellen könnt. Bringt es euch weiter?
  • Vielleicht könnt ihr auch schon eine Vorlesung besuchen und mal rein schnuppern.
  • Ist Variante I oder eher Variante II euer Weg? Berücksichtigt das bei eurer Wahl.
  • Informiert euch über den Arbeitsaufwand eures Hauptfaches (Studienordnung, in der stehen oft auch die Zeit die für den Stoff benötigt wird) und schaut, dass euer Nebenfach da nicht noch ne zu große Schaufel drauf packt.

Nun hoffe ich, dass ich euch etwas weiterhelfen konnte. Entweder bei der Wahl des richtigen Nebenfachs oder vielleicht auch beim Überdenken, ob eurer getroffene Wahl die richtige war. Ihr könnt mir aber auch gerne schreiben! Wie war das bei euch? Wie habt ihr euch für eurer Nebenfach entschieden?

Beitragsbild

Das Beitragsbild zeigt einen kleinen Schrein im Stadtteil Hase der Stadt Kamakura in der Präfektur Kanagawa. Diese Art von Schrein findet man sehr oft in Japan und da spielt es keine Rolle ob ihr auf dem Land, in einer kleinen Stadt oder in einer Metropole wie Tokio unterwegs seid. Von daher solltet ihr immer hübsch die Augen offen halten, denn solche Schreine sehen nicht nur schön aus, sie haben oft auch interessante Geschichten zu erzählen.

Die Fotos wurden von mir persönlich, bei einer meiner Reisen, aufgenommen. Das Copyright liegt bei mir, Verwendung nur auf Nachfrage!

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Mike

Japanologie und Philosophie Student an der Goethe Uni Frankfurt. Geboren 1979 in eine Zeit die von Star Wars, Pixeln und Zeichentrick Serien geprägt war. Nerd mit Herz und aus Leidenschaft. Cineast, Comic Liebhaber mit einem Faible für Marvel. Videospiel- und Serienjunkie, geformt in einer Zeit die heute als Retro bekannt ist. Führt eine Liebesbeziehung mit Japan, der Kultur und dem Nerdtum. Foodie mit Leib und Seele.

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