WERKZEUG #JAPANOLOGIE #JAPAN

Die Japanische Sprache ist, für mich persönlich, eine sehr schöne Sprache auch wenn sie sehr schwer zu erlernen ist. Doch warum ich in der Japanologie die Sprache lerne und sie einen wichtigen Teil einnimmt, das erfahrt ihr hier.

Leider verwechseln viele die Japanologie bzw. das Studium der Japanologie mit einem Sprachkurs für Japanisch. Allerdings gibt es hier signifikante Unterschiede, denn das Studium der Japanologie ist weitaus mehr und genau das bricht vielen das Genick. Das liegt aber nicht am Studium sondern an den falschen Vorstellungen und Erwartungen.

JAPANOLOGIE

In der Japanologie wird natürlich Japanisch gesprochen und geschrieben allerdings dient die Sprache, hauptsächlich in der Schriftform, eher als Werkzeug. Denn Japanologie ist eine Geistes- und Gesellschaftswissenschaft, welche sich dem Forschen widmet, ganz allgemein gesprochen. Bei dieser Forschung geht es auch um das Lesen alter und neuer Texte, je nachdem welchem Schwerpunkt man sich widmet. Diese Texte und Schriften sind natürlich auf japanisch. Klar, man könnte sich das ganze auch als Übersetzung anschauen aber a) geht in der Übersetzung vieles verloren und b) gibt es auch oft Werke, die gar nicht, oder nur teilweise, übersetzt wurden. Ohne Japanischkenntnisse dieses jetzt zu übersetzen wäre ein äußerst mühseliges Unterfangen und dazu noch sehr sehr zeitaufwändig. Es ist ein wenig wie der Bau eines Hauses, allerdings ohne Fundament, kann gut gehen, tut es aber meistens nicht.
Dazu kommt, dass dann vielleicht auch mal ein Auslandsaufenthalt ansteht. Es hat sich der Austausch mit einer japanischen Universität ergeben und man möchte mit einem dortigen Professor über ein Werk aus der Edo Zeit sprechen, nur mal als Beispiel. Nun spricht dieser Professor weder Deutsch noch Englisch und Geld für einen Übersetzer existiert nicht. Wäre super, wenn ihr als Japanologe jetzt Japanisch sprechen könntet, oder?

SCHWERPUNKT

Dies ist auch der Grund, wieso in den ersten beiden Semestern der Schwerpunkt auf der japanischen Sprache liegt. Das dient nicht dazu die Studenten zu demotivieren oder zu ärgern, nein es ist ein Fundament auf das aufgebaut werden kann.
Ich möchte nicht verschweigen, dass ich mir dies auch oft als eine Art Mantra vor sage, denn auch wenn man bereits mitten drin steckt ist es nicht einfach. Dennoch weiß ich, dass es sich lohnen wird, den jeden Tag an dem ich für das Studium lerne merke ich, wie ich einen kleinen Happen mehr verstehe. Wie ein Puzzle, zu dem ich immer mehr und mehr teile finde.

IM URLAUB

Natürlich, fliegt man nun wieder nach Japan, ist es ein schöner Bonus, wenn man sich mit der Dame im Konbini auch unterhalten kann bzw. man versteht, was sie da alles zu einem sagt. Oder im Restaurant kann man endlich die Karte lesen und das leckere Essen bestellen, dass der Japaner nebenan auch gerade genüsslich in sich hinein schaufelt.
Aber aus diesen Gründen wird man kein Japanologe! Man wird, meiner Meinung nach, Japanologe, weil das Interesse an Japan, den Menschen und der Kultur viel tiefer geht als die Speisekarte eines Restaurants. Bei mir ist es ein Feuer, dass tief in mir brennt und dies schon weit aus länger, als Anime und Mangas hier in Deutschland existieren. Klar, Animes und Mangas sind toll, keine Frage aber oft vielleicht doch nicht ganz ausreichend, denn es gibt so viel mehr zu entdecken und zu erfahren, es wäre schlimm, wenn man sich nur auf diese beiden Themen konzentriert.
Auch wenn das vielleicht etwas zu spirituell klingt aber jedes mal wenn ich nach Japan geflogen bin fühlte sich das eher nach einer Heimkehr an und als ich wieder zurück bin, war dies ein grauenvoller Abschied der mir jedes Mal das Herz brach. Glaube, so was nennt man Leidenschaft oder vielleicht sogar schon Passion?!

ES BRAUCHT MEHR!

Eins noch an die, die diesen Artikel finden und mit dem Gedanken spielen Japanologie zu studieren. Ihr müsst mit großer Interesse und Leidenschaft an die Sache heran gehen, ansonsten verschwendet ihr eure Zeit. Ihr müsst euch da durch beißen und die japanische Sprache gehört, neben Finnisch, zu den schwersten Sprachen der Welt. Ich schreibe diese Zeilen wirklich nicht um euch zu demotivieren, ich schreibe euch diese Zeilen um euch zu zeigen, dass die Japanologie aus etwas mehr als nur der Sprache besteht. Denn bereits in der Vorbereitungswoche haben sich die ersten bereits über den “Kulturkram” in der WhatsApp Gruppe beschwert.
Daher bin ich auch gespannt, wie viele wir noch sind, wenn das zweite Semester anfängt.

BONUS!

Das Bild zeigt ein Abendmahl welches ich in Tokyo, bei meinem Trip im April / Mai 2017, zu mir genommen habe. Doch wenn ich ehrlich zu mir bin, dann war dies mehr ein Mitternachtsimbiss als wirklich ein Abendmahl. Die Tage waren immer sehr lang und die Nächte noch wesentlich länger, denn ich residierte in einem Kapsel Hotel und die Lounge war ein toller Ort zum chillen, Sport gucken und neue Leute kennen lernen. Aber nicht nur das, denn wenn ich von einem Tag in Tokyo “nach Hause” kam, dann hab ich mich dort noch hin gesetzt und tatsächlich Sport geschaut. Ich bin nicht wirklich ein Nachtmensch in Bezug auf Party, Disco, etc. Doch hier gab es Rugby und Baseball, beides Sportarten die ich echt gerne schaue und hier hatte ich die Möglichkeit dazu. Dazu gesellte sich manchmal ein Kanadier der gerade Urlaub machte und in China als Englisch Lehrer arbeitete. Er war genauso ein Nerd wie ich und wir haben uns dann meist erzählt, was wir den Tag über für abgefahrene Sachen entdeckt haben. Irgendwann gesellten sich noch zwei Amerikaner dazu, welche dann eher von ihren Streifzügen und Alkoholexzessen in den Amürsiervierteln erzählten, nicht wirklich mein Genre.

REISEGRUPPE

Eines Abends gesellte sich eine Reisegruppe aus England, mit indischen Wurzeln, zu mir. Dies aber auch nur, weil sie wissen wollten was ich da gerade esse, nämlich ein Okonomiyaki aus dem Konbini, nicht wirklich lecker. Aber wir haben ziemlich lange gequatscht, Erfahrungen über so manche Sehenswürdigkeit ausgetauscht und uns darüber gefreut, dass wir ähnliche Ziele, für den nächsten Japan Trip, hatten. Haben danach noch ein Gruppenfoto gemacht, welches ich aber leider nier erhalten habe, wirklich sehr schade.
In diesen 10 Tagen haben ich unglaublich wenig geschlafen, unglaublich viel erlebt und unglaublich nette Leute kennen gelernt.

WAS SEHT IHR AUF DEM BILD?

– Ganz vorne in der Mitte!

Das ist ein おにぎり(Onigiri). Eine Art Reisball der oft eine Füllung hat und von einem Blatt Seetang umgeben ist. Mit denen habe ich mich vollkommen überfressen in Japan, denn die mit Thunfisch & Mayo sind grauenvoll lecker.

– Ganz Links!

Hier handelt es sich um Schweinefleisch welches in einer leckeren Soße gebraten wurde und auf einem Reisbett liegt. Das hab ich öfters gegessen, denn direkt neben meinem Hotel gab es ein Restaurant, welches nur dieses Gericht, in vielerlei Art, angeboten hat.

– Auf der rechten Seite in der Tüte!

Das kleine Runde ist ein Kunstwerk des japanischen Backhandwerks, ein Baumkuchen. Ja klar, ich weiß sehr wohl, dass der aus Deutschland kommt aber in Japan schmeckt der um einiges besser. Das daneben ist entweder ein Chicken-Teriyaki Sandwich ODER ein kleiner Kuchen mit Sahne. Bin mir nicht mehr sicher aber was es auch ist, ihr solltet beides mal probieren. Gebt mal locker 800-1000YEN für ein Chicken-Teriyaki Sandwich aus. Das kommt in einer schicken Box und ich sag euch, das werdet ihr so schnell nicht vergessen. 

– Die Flaschen im Hintergrund!

Eigentlich handelt es sich hier nur um zwei Flaschen Wasser. Doch wir sind in Japan, da ist selbst das Wasser nicht einfach nur Wasser. Dieses hier hat einen leichten, aber nicht aufdringlichen, Geschmack von weißem Pfirsich. Das hab ich hauptsächlich getrunken, des es schmeckt einfach so unfassbar gut.

Was mir gerade jetzt erst auffällt, dieses Bild hat auch einen gewissen, historischen Wert, zumindest für mich persönlich. Denn an solchen Abenden hab ich auch an meinem damaligen Blog bzw. meiner Internetseite geschrieben, bevor ich sie eingestampft habe, aufgrund verschiedener Gründe, die hier nicht wirklich was zu suchen habe. Allerdings war dieser Blog die Geburtsstunde von allem was ich über Japan je geschrieben habe und gerade auch in diesem Blog schreibe.
Schon lustig, wenn man überlegt, dass man einfach so ein Bild herauspickt und dann erinnert es einen daran.
Geht das euch auch manchmal so??

Die Fotos wurden von mir im April 2017 aufgenommen. Das Copyright liegt bei mir, Verwendung nur auf Nachfrage!

Bei der Erwähnung von Shops, Firmen oder Restaurants handelt es sich nicht um bezahlte Werbung sondern nur um die Wiedergabe meiner eigenen Meinung. Für die Erwähnung werde ich nicht bezahlt! Leistungen die erbracht wurden habe ich aus eigener Tasche bezahlt!
Die Kennzeichnung geschieht nach dem
Leitfaden der Medienanstalten!

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Mike

Japanologie und Soziologie Student an der Goethe Uni Frankfurt. Geboren 1979 in eine Zeit die von Star Wars, Pixeln und Zeichentrick Serien geprägt war. Nerd mit Herz und aus Leidenschaft. Cineast, Comic Liebhaber mit einem Faible für Marvel. Videospiel- und Serienjunkie, geformt in einer Zeit die heute als Retro bekannt ist. Führt eine Liebesbeziehung mit Japan, der Kultur und dem Nerdtum. Foodie mit Leib und Seele.

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