KLEINIGKEITEN II #JAPAN

Mittwoch, 12.09.18 
In diesem Beitrag hatte ich bereits erwähnt, dass es noch weitere Kleinigkeiten gibt und hier sind sie. Was ich genau mit Kleinigkeiten meine, könnte ihr auch im oben erwähnten Beitrag lesen. 

Freundlichkeit
In letzter Zeit habe ich leider sehr viel darüber gelesen, dass westliche Frauen von japanischen Männern in Japan verfolgt und regelrecht gestalked werden. Das ist absolut inakzeptabel und unschön!! 

Dennoch möchte ich in meiner Aufzählung die Freundlichkeit hervorheben denn ich glaube, dass die oben erwähnten Vorfälle eher die Ausnahme sind, auch wenn eher eine unschöne.
In Konbinis (schaut euch den obigen Artikel an, da wird erklärt was ein Konbin ist) wird man immer sehr freundlich behandelt und ich lehne mich soweit aus dem Fenster, dass es egal ist ob du klein, groß, dick, dünn, hübsch, hässlich oder ähnliche Atribute mit dir herum trägst. Nehme ich mich als Beispiel: Ich bin 1,80m groß, bin mehr als stabil gebaut und tragen am Hals und den Armen Tattoos. Nicht ein einziges Mal habe ich es erlebt, dass ich irgendwo nicht freundlich behandelt worden bin. Egal ob auf der Straße, Konbini, in der Bahn oder auch dem Bus. Klar, in der Bahn ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand neben mich setzt, eher gering aber das ist hier zu Hause noch viel schlimmer. Das empfinde ich nicht als unfreundlich oder ähnliches. 
Doch es geht weiter! Eines Abends sind wir zu dritt in eine kleine Bar gegangen um noch was zu trinken. Hier ist es üblich, dass die Bedienung die Bestellung aufnimmt, sich bedankt und die Bestellung durch die ganze Bar brüllt. All die anderen Angestellten bedanken sich und deine Bestellung wird fertig gemacht. In dieser Bar kam dazu, dass die ganze Belegschaft einen beim Betreten begrüßte und auch, sobald man die Bar verließ, verabschiedete. Ein paar Drinks später wollten wir zahlen, taten dies und während wir unser Geld überreichten fragte uns der junge Mann, der uns den ganzen Abend bediente, wo wir her kommen und ob wir gerade Deutsch sprechen. Wir bejahten dies und in gebrochenem, aber sehr verständlichem, Deutsch erklärte er uns, dass er an der Uni und in der Schule Deutsch hatte. Wir lachten zusammen und fanden das echt cool doch als wir dann gingen, schrie die ganze Belegschaft uns ein “Danke und auf Wiedersehen” auf japanisch hinter her, wie eben üblich. Unsere Bedienung intervenierte und klärte die Belegschaft auf, dass wir aus Deutschland währen, da würde man “Dankeschön” sagen. So wiederholte die Belegschaft das Ritual erneut, allerdings mit dem Unterschied, dass das japanische “Danke” durch das deutsche Wort “Dankeschön” ersetzt wurde. Einer DER Highlights meines Japan Urlaubs 2013! 

Ton beim Schließen von Zugtüren
Gerade die Tage habe ich bemerkt, da ich keine Stöpsel in den Ohren hatte, dass auch in der Frankfurter Straßenbahn die Türen Geräusche von sich geben. Kurz bevor das Licht am Knopf, zum öffnen der Tür, aus geht gibt die Tür einen komischen Piep Ton anhört. Glaube das Meerschweinchen einer Freundin gibt die gleichen Töne von sich wenn es rollig ist. 
Der Klangteppisch einer typisch japanischen Bahnstation, egal ob über- oder unterirdisch ist natürlich wesentlich dichter gewebt. Es gibt die Ansagen, im Zug in japanisch und Englisch (bezogen auf Tokyo), am Bahnsteig in Japanisch plus Zusatzmeldungen des Beamten am Bahnsteig. Die Türen geben ein sehr lautes Geräusch von sich, leider fällt mir kein Beispiel ein, bevor sie schließen. In Japan gibt es keinen Knopf zum öffnen der Tür, es gehen in der Regel alle Türen des Zuges auf. Schon genug? Nein! Es gibt noch eine Melodie wenn der Zug einfährt und an manchen Bahnhöfen sogar wenn der Zug abfährt. Dazu kommt noch eine Melodie, die manchmal abgespielt wurde als wir aus dem Zug ausgestiegen sind, sie wurde aber nicht an allen Stationen abgespielt. Leider konnten wir diese nicht identifizieren bzw. herausfinden, was für einen Zweck sie hatte. Es machte aber manchmal den Eindruck, als wäre es eine art Erkennungsmelodie der Station. 
Ist man dann wieder zurück in der Heimat ist es nahezu leise an den hiesigen Stationen. Manchmal hört man jugendliche darüber krakeelen was sie mit der Mutter des anderen schon alles angestellt haben aber das ist ja auch nichts neues mehr. 
Höre ich einzelne Melodien oder Geräusche, aus dem oben erwähnten Szenario, in einem YouTube Video, dann bekomme ich immer Gänsehaut. Glaube der handelsübliche Japaner hört das alles schon gar nicht mehr aber ich fand das immer toll. Auch die Geräusche der Ampeln und Bahnüberquerungen fand ich sehr wohlklingend. Diese Geräusche vermisse ich in meinem momentanen Alltag sehr, muss ich zugeben.  

Menschenmengen
Von meinen drei Trips nach Japan habe ich bei zweien in Ikebukuro, einem Stadtteil von Tokyo, gewohnt. Mit diesen Voraussetzungen ist es nahezu unmöglich Menschenmengen zu umgehen, denn die Ikebukuro Station ist eine der am meist belebtesten Stationen der Welt. Doch die Japaner schaffen es, auch diesen Umstand “angenehm” zu gestallten. Weiß nicht so ganz wie ich das beschreiben soll, denn trotz einer sehr hohen Passagier Anzahl kam mir die Station irgendwie nie so voll vor. Klar, sie ist voll, das will ich gar nicht irgendwie beschönigen aber ich empfand es anders als hier. Wenn hier an einer S-Bahn Station 25 Menschen stehen ist das Ding überfüllt. Steigen nochmal so viele aus der Bahn aus ist es vorbei. Menschenmassen haben in Tokyo, weiß nicht ob es in anderen Teilen Japans anders ist, eine ganz andere Dynamik als hier. In der Ikebukuro Station, selbst wenn du ein wenig umher irrst wirst du weniger angerempelt, weniger geschubst und beschimpft schon gar nicht. 

Gleich empfand ich an der Shibuya Crossing, die größte Fußgänger Kreuzung der Welt. Nicht nur aus zwei sondern gleich aus mehreren Richtungen strömt hier alles durcheinander was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Und es funktioniert wunderbar!
Kommt man zurück in die Heimat ist dies, zusammen mit dem, im vorherigen Artikel beschriebenen, Ein- und Aussteigen in Zügen, mit das schlimmste was man vermisst. 
Doch eins mag ich dazu noch sagen!. Klar, man wird auch in Japan mal angerempelt oder geschubst, gerade in großen Menschenmengen aber sehr oft hört man sofort ein “Sumimasen!” was soviel wie “Verzeihung!” bedeutet. Höre ich hier sehr sehr selten. Und wie bereits erwähnt, auf mich macht es den Eindruck, als hätten große Menschenmengen einfach eine andere Dynamik und somit ist eine wahnsinnig volle Bahnstation immer noch wahnsinnig voll aber es kommt einem einfach nicht mehr so schlimm vor. 

Das Titelbild ist aus der Park Anlage die zum Sensō-ji Schrein in Asakusa gehört. Das Foto wurde von mir im September 2013 aufgenommen. Das Copyright liegt bei mir, Verwendung nur auf Nachfrage!

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Mike

Japanologie und Philosophie Student an der Goethe Uni Frankfurt. Geboren 1979 in eine Zeit die von Star Wars, Pixeln und Zeichentrick Serien geprägt war. Nerd mit Herz und aus Leidenschaft. Cineast, Comic Liebhaber mit einem Faible für Marvel. Videospiel- und Serienjunkie, geformt in einer Zeit die heute als Retro bekannt ist. Führt eine Liebesbeziehung mit Japan, der Kultur und dem Nerdtum. Foodie mit Leib und Seele.

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