KLEINIGKEITEN #JAPAN

Montag, 20.08.2018 
Oft schauen wir nach den großen Unterschieden, nach den großen Eigenarten oder ähnlichem. Doch wenn wir ehrlich sind, dann sind es doch eher die kleinen Dinge, die uns später in Erinnerung bleiben. Kleine Dinge die uns bewegt haben und uns vielleicht sogar später erst auffallen. 

Befindet man sich in Japan ist das nicht viel anders. Große Dinge die uns hier umhauen sind die unterschiedliche Sprache, das Fahren auf der anderen Straßenseite, die großen Menschenmassen an einigen Orten und noch einiges mehr. Doch hier möchte ich eher die Kleinigkeiten mal hervorheben. Dinge die einem vielleicht auch erst auffallen, wenn man wieder in der Heimat ist und mit einer ähnlichen Situation, wie in Japan, konfrontiert wird. 

Bahn fahren (Einsteigen)
Eigentlich etwas total simples und bevor ich das erste mal in Japan war habe ich mir über das fahren mit der Bahn, speziell S- und UBahn hier in Frankfurt, nie wirklich Gedanken gemacht. Doch dann kam der erste Japan Besuch und seid dem schwillt mir regelmäßig die Halsschlagader. 
In Japan ist es Simple: Steht man am Bahnsteig gibt es feste Punkte an denen die Türen, beim Anhalten des Zuges / der Bahn, sich befinden. Dort gibt es Markierungen um zwei Reihen zu bilden, also zwei Reihen pro Tür. Nun fährt der Zug ein und während dies geschieht bzw. kurz bevor die Türen sich öffnen klappen diese zwei Reihen auf, sprich die Leute gehen zur Seite und machen somit Platz für alle die Aussteigen. So simple, so einfach und so unglaublich logisch und effektiv. Erlebt man dies mehrmals am Tag lernt man es zu lieben. Ist man wieder zu Hause will man jeden, der zu ignorant ist und nicht versteht, dass die Leute erstmal raus müssen bevor sie rein können, an die Wand nageln. 

Konbini 
Es ist mitten in der Nacht, verdammt warm, schlafen ist nicht und vielleicht hat man auch noch hunger. Persönlich wünsche ich mir immer einen Ort herbei, an dem es schön kühl ist, ich es nicht weit hin habe und auch noch was zu Essen bekomme. Tja, hier in Deutschland kann es passieren, dass man Glück hat und eine Tankstelle um die Ecke ist. Doch sind wir ehrlich, eine Tankstelle ist eine Apotheke, hat nie das was man gerne hätte und die Klimaanlage ist meistens defekt. 
In Japan gibt es die so genannten Konbinis. Kleine Supermärkte mit einer spitzenmäßigen Klimaanlage. Einem Sortiment, das genau auf die kleine Region um den Markt abgestimmt ist. Dazu kommt eine großartige Qualität an Produkten, egal ob an der heißen Theke oder aus dem Kühlregal. Für mich eine der besten Sachen in Japan und der Inbegriff von Luxus. 
Man muss es nur mal vorstellen: So wie Anfang August, in der Nacht ist es immer noch viel zu warm. Also schleift man sich aus dem Bett, zieht nen Schlabberlook über und geht zum nächsten Konbini, 100 Meter entfernt. Die Türen öffnen sich und erstmal ist es richtig schön frisch. Man holt sich nen kleinen Snack, was zu trinken und geht entweder wieder heim oder setzt sich noch ein Weilchen, genießt die kühle Luft und seinen Snack. 

Rolltreppen
Kennt man ja eigentlich von hier auch, auf der rechten Seite steht man und links wird gelaufen. Wird in Japan ähnlich gemacht allerdings mit wesentlich mehr Disziplin als bei uns. 
Was ganz lustig ist, ist die Tatsache, dass es aber auch hier Unterschiede von Stadt zu Stadt gibt. In Tokyo steht man auf der linken Seite und läuft auf der rechten. In Osaka dagegen steht man auf der rechten Seite und läuft auf der linken. 
Was mich fasziniert hat war einfach die Disziplin mit der das alles zelebriert wird. Selbst bei Rolltreppen die nur drei Stufen haben und ja, so kleine Rolltreppen gibt es in Japan wirklich, wird sich an das Regelwerk gehalten. 

Eigentlich hatte ich noch mehr Punkte auf meiner Liste aber für dieses Mal sollen die drei reichen. Wie schon gesagt, es sind nur Kleinigkeiten aber man lernt sie wirklich zu schätzen, ist man erstmal wieder in der Heimat angekommen und merkt, wie “unschön” es zu Hause läuft. 

In DIESEM Post hatte ich mal über das Willkommens Bild am Flughafen gesprochen und selbiges Bild hab ich nun endlich gefunden. 

image

Das war damals 2013. 2016 und 2017 hab ich davon leider nichts mehr gesehen, daher weiß ich auch nicht ob es noch existiert. 


Das Titelbild zeigt ein Gebäude auf der Anlage des Motoyama Jakukosan Ryuguchi Temple (Fujisawa, Präfektur Kanagawa). Das Foto wurde von mir im September 2013 aufgenommen. Das Copyright beider Fotos liegt bei mir, Verwendung nur auf Nachfrage!

Booking.com
Avatar

Mike

Japanologie und Soziologie Student an der Goethe Uni Frankfurt. Geboren 1979 in eine Zeit die von Star Wars, Pixeln und Zeichentrick Serien geprägt war. Nerd mit Herz und aus Leidenschaft. Cineast, Comic Liebhaber mit einem Faible für Marvel. Videospiel- und Serienjunkie, geformt in einer Zeit die heute als Retro bekannt ist. Führt eine Liebesbeziehung mit Japan, der Kultur und dem Nerdtum. Foodie mit Leib und Seele.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.